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Coverbild: Ãœberland Partie!Kabarett auf Sommerfrische

Unser Buch ist von einer Fachjury auf die Longlist zum Wissenschaftsbuch 2019 in der Kategorie Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaft gewählt worden !

 Und das ist schon eine sehr schöne Auszeichnung…

Auf die Shortlist haben wir‘s zwar nicht geschafft, sind aber sehr zufrieden und gratulieren – nein, nicht „neidlos“, aber doch – der Konkurrenz.

 

Ãœberlandpartie!

Kabarett auf Sommerfrische

Die Sommerfrische des Kabaretts ist ein bisher sowohl von der wissen­schaftlichen Forschung als auch von der Memoirenlitertur größtenteils ausge­blen­detes Kapitel, das die Leiterin des Öster­reichi­schen Kabarett­archivs, Iris Fink, und ich hier – wie sich zeigt: beispielhaft – aufgearbeitet haben:

Nicht nur, welche Künstler – von Hermann Leopoldi & Betja Milskaja bis Cissy Kraner und Maxi Böhm – in welchen sommer­fri­schen Urlaubs­destina­tionen auftraten, sondern auch, vor welchem   historischen und gesellschaftlichen Hintergrund sie das taten; und wie das an sich ja zutiefst urbane Phä­no­men des Kabaretts in ländlicher Umgebung zu seinem Publikum fand….

von Iris Fink und Roland Knie,
364 Seiten, gebundene Ausgabe,
erschienen 2018 im Böhlau Verlag, Wien

Beiträge

Roland Knie, Alfred J. Noll, Daniela Strigl: „Walther Rode – Aspekte seiner Biographie“. Wien (Czernin) 2015.

 

Roland Knie: „Lachen S’ amal!“ – Eine Erinnerung. Zum 75. Geburtstag Peter Orthofers. In: „Steirische Berichte“, 3/2015.

 

Roland Knie: „Josefstadt, ein Familienleben“. In: Christiane Huemer-Strobele (Hg.): „Das Theater in der Josefstadt“. Wien (Brandstätter) 2013.

 

Texte

Roland Knie: KINDERLIED


Was macht der Regen, wenn er nicht regnet?
Er sitzt in einer Ecke und weint.
Was macht die Gegend, der keiner begegnet?
Sie breitet sich aus, und sie lächelt versteint.
Was macht die Sonne, wenn sie doch mehr sein als scheinen will?
Und der Verein, der nur Vereinsamte vereinen will?

Alles bleibt, wie es ist,
und darüber hinweg fegt der Wind.
Die einen spielen Versteck - die andern schauen weg.
Und die Welt ist am Ende
mit Brettern vernagelt, mein Kind …

Aber manche Menschen sind
die sehen blind.

Was machen Worte, die wir nicht sagen?
Sie schreien laut, bis die Stille zerspringt.
Was machen Dinge, die wir nicht wagen?
Sie bleiben da, bis ein Wille sie zwingt.
Was macht ein Lied, das keiner singt, weil man’s nur träumen kann?
Was macht die Zeit, die man verbringt und nicht versäumen kann?

Wenn das Woher und das Wohin
einmal heiraten müssen, mein Kind,
kriegst auch du ein Kleid aus rauher Wirklichkeit …

Doch du darfst dich nicht kränken,
sollst immer nur schenken, mein Kind.
Weißt du: manche Menschen sind,
die dich spüren
und dich führen,
sind geblieben,
dich zu lieben,

Weißt du: manche Menschen sind
die sehen blind.


für Sandra Kreisler, 1994
(Musik: Sergej Dreznin)

 

In: Iris Fink: „Von Travnicek bis Hinterholz 8“. Kabarett in Österreich ab 1945. Graz-Wien-Köln (Styria) 2000.