Orthofer, 4. - ja: vierter! - Anlauf:

 

 

Lachen S' amal, wann S' wanan woll'n,

wanan S‘ amal, wann S‘ lach‘n soll‘n…

steh‘n S‘ völlig grad, a wann S‘ ganz aus‘n Lot san

und leben S‘ amal, wann S‘ scho‘ wissen,

daß S‘ tot san !

 

Besser hätte er‘s nicht sagen können, der Peter Orthofer, dessen achtzigster Geburtstag voriges Jahr zu feiern gewesen wäre und den wir, nun schon bis zum Überdruß pandemisch verzerrt,  neuerlich zu begehen versucht haben – was natürlich mißlingen mußte.

20. April ! Wie naiv, ein Jahr nach dem allgemeinen Shut- vulgo Lockdownen schon wieder mit Kultur daherzukommen! 

Wie spricht beziehungsweise sprach beziehungsweise wahrscheinlich glaubt er, unser aller Kanzler?:

„Kulturverliebte kritisieren die Schließung der Kulturstätten.“

Aber halt nur die.

Lieb, nicht ? 

„Orthofers Oberstübchen“

- wann auch immer -

 im Radiocafé des Funkhauses in Wien.

Ich muß mich leider – seuchenverliebt, wie ich bin - wiederholen: wer‘ ma schaun, was ma seg‘n werd‘n.

Und dann wer‘ ma scho‘ seg‘n, wie ma schaun werd‘n….

 

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„... seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“

Erich Kästner

Kultur wird nicht absichtlich zerstört, immer nur, weil es sich grad so ergibt. Denn:

 

„Kultur ist etwas für Kunstliebhaber“

gez. Die Bundesregierung des Kulturlandes Österreich

 

„Wenn ich einen Fehler mache, dann mach ich schnell darauf einen zweiten, damit es nach Methode aussieht.“

Hanns Dieter Hüsch

 

Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht!

Und mach dann noch ‘nen zweiten Plan –

gehn tun sie beide nicht…

Bert Brecht zur Corona-Schieflage

 

 

Fritz Grünbaum im Herbst 2020

„No, hätten Sie mich sehen sollen!“
Zwei Fritz Grünbaum-Abende im Deutschen Kabarettarchiv

Am Dienstag, dem 22. September 2020 in Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt) und am Donnerstag, dem 24. September in Mainz – und beide Male war’s, trotz allzu viel angeblich virus-, gewiß aber stimmungstötendem Beiwerk, ein wirklich großer Erfolg … Grünbaum gewinnt gegen Virus durch k.o. in der ersten Sekunde! Das Deutsche Kabarettarchiv hatte großartige organisatorische Vorarbeit sowohl auf Schloß Bernburg als auch im historischen Gewölbe zu Mainz geleistet, und das Publikum – wenngleich an beiden Orten natürlich mit Fritz Grünbaums Werk und Biographie weniger vertraut als hierzulande – ging buchstäblich vom ersten Augenblick an mit.

Viel Freude und Vergnügen also in Deutschen Landen – und  auch hierorts…!

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„Mein Kollege, der Aff’“
Ein Grünbaum-Abend mit Reinhold Kogler

Donnerstag, 1. Oktober 2020 | Hin & Wider im Grazer Theatercafé | Beginn: 20 Uhr

 

Und es bewegt sich doch, das Kulturleben, trotz Behinderungen der unsinnigsten Art….

An diesem Abend im Grazer Theatercafé war das aufs köstlichste zu erleben – und so konnten die zahlreichen (so zahlreich es halt ging) Besucher, so konnte Fritz Grünbaum, dem diese zwei Stunden ja gewidmet waren, so konnten wir alle viel Heiterkeit, viel Nachdenklichkeit und viel Applaus genießen. Besser konnte es eigentlich gar nicht gehen.

Und der Abend in Wien, am Donnerstag darauf, war – Grünbaum sei Dank! –  auch ausverkauft….aber...ach!

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„No, hätten Sie mich sehen sollen!“
Ein Abend für Fritz Grünbaum

Donnerstag, 8. Oktober 2020 | Radiocafé, Wien | Beginn 19:00 Uhr

Ja, es war ausverkauft, so aus- es halt sein durfte, und die Leute waren auch wirklich angetan vom Fritz Grünbaum, und sie haben auch...wie soll man sagen -? sehr geklatscht, aber...vereinzelte Menschen, akribisch vermessen im Radiocafé verstreut, haben halt gar keine Chance, zu einem Publikum zu werden.

 Umso mehr danke ich allen, die dabei waren und mitgeholfen haben, dass es trotz allem ein Abend für Fritz Grünbaum geworden ist…

Ein großer Teil dieses Abends im Radiocafé war dann am 21. Dezember als Mitschnitt im Programm Ö1 zu hören und hatte auch da – wie ich höre – sehr erfreuliches Echo…

(Es geht also – vorausgesetzt, daß man es läßt...)

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Herbert Zand: „Alles, was ich bin, ist Antwort“

Ein Abend zum 50. Todestag des obersteirischen Dichters

am Donnerstag, dem 17. September 2020 um 19.00 Uhr in der Steiermärkischen Landesbibliothek in Graz

...und es war ein schönes Beispiel dafür, dass man die Menschen generell, im besonderen aber Publikümer nicht unterschätzen soll: Sie wollen, unter der Corona-Fuchtel, nicht nur vorgeschrieben bekommen, wann, wo, und in welchem Mindestabstand sie Parties feiern und Spiel und Spaß haben und saufen dürfen, sie kommen auch, trotz Maskerade, zu Kultur. Und so war der – zugegeben: nicht sehr große – Veranstaltungssaal der Steiermärkischen Landesbibliothek überaschend gut besetzt und wir, das Publikum und ich, durften fünfviertel Stunden lang Lyrik und Prosa des Dichters Herbert Zand genießen – garniert mit biographischen Anmerkungen, die gerade bei Zand ja nicht unwichtig sind.

Großen Dank an die Menschen, die sich von Maskerade und Registrierungspflicht nicht abhalten ließen, und Dank auch an Magister Katharina Kocher-Lichem, die namens der LB den Abend einbegleitete.

Herbert Zand, in dem Weiler Knoppen im Ausseerland als einziges Kind eines Kleinhäusler-Ehepaares geboren, gehört nicht nur zu den absoluten Größen der österreichischen Nachkriegsliteratur, sondern auch zu den existenziellen Archetypen dieses  Weltkriegsjahrhunderts. Die glasklare analytische Aussage seiner Lyrik, die mitreißende Kraft seiner Prosa, seine zugleich faszinierte wie distanzierte Haltung gegenüber seinem eigenen bäuerlichen Milieu sowie die souveräne Meisterschaft seiner beiden Romane ließen kaum vermuten, dass Herbert Zand den alles zerstörenden Krieg nicht nur als junger Zwangssoldat, sondern sein ganzes kurzes Leben lang zu durchleiden hatte.

Ich habe durchaus Grund zur Hoffnung, dass es mir gelungen sein könnte, wenigstens ein bißchen von der einzigartigen Aura der Dichters Herbert Zand zu vermitteln.

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